Infos:
Autorin: Mila Lippke
Verlag: Ullstein
Taschenbuch: 352 Seiten
Erschienen: 09.12.2011
Preis: € 8,99 [D] ; € 9,30 [A]
Klappentext:
Als Lio und ihre Mutter sich nach einer längeren Funkstille in Berlin wiedersehen, bricht die Tochter das größte Tabu. Sie fragt, wer ihr Vater ist. Die Mutter antwortet nicht und geht zurück ins Hotel, wo sie nachts einen Schlaganfall erleidet. Lio erkennt: Sie muss wissen, wer ihre Mutter wirklich ist. Die Suche nach ihrer Familiengeschichte beginnt und führt sie über Köln zurück nach Berlin. Und als sie Antworten findet, ist nichts mehr, wie es einmal war.
Bild- und Textquelle: Ullstein
Meine Meinung:
Ich muss zugeben, dass ich hinter diesem Cover, eine nette und seichte Geschichte vermutet hatte. Doch wie sehr mich dieses Buch mitnehmen würde und auf welche emotionale Reise ich die Protagonistin begleiten durfte, hätte ich mir nie erträumen lassen.
Die Protagonistin ist die zweiundvierzig Jahre alte Lioba, die immer nur Lio genannt wird. Auf mich machte sie eigentlich einen viel jüngeren Eindruck. Zu Anfang wirkt sie distanziert und einsam. Doch im Laufe der Geschichte stößt sie auf viele Erkenntnisse, die sie reifen und zu sich selbst finden lassen. Da der Leser ihre Gedanken und Gefühle mitverfolgt und sie auf eine emotionale Suche ihrer Herkunft begleitet, konnte ich eine wirklich sehr enge und seltene Verbindung zu ihr aufbauen. Ein weiterer Charakter ist die scheinbar starke und toughe beste Freundin Lios, Tetra. Sie gibt ihrer Freundin sehr viel Halt und ist ein ebenso interessanter Charakter. Der wichtigste Charakter, neben Lio, ist jedoch die Mutter, die ich anfangs als kalt empfand. Der Umstand, dass sie durch ihren Schlaganfall die Sprache verloren hat, macht die ganze Angelegenheit noch trauriger. Auf die Beziehung von Mutter und Tochter, die sehr kompliziert, aber dennoch wunderschön ist, wird sehr stark eingegangen.
Zudem ist ein weiterer Erzählstrang zu finden, in welchem der Leser, immer nur einige Seiten lang, die bewegende und zu Tränen rührende Geschichte eines kleinen Mädchen verfolgt, die während des zweiten Weltkriegs spielt. Zunächst fragt man sich, was es damit auf sich hat. Es ist schön und geschickt, wie die Autorin die beiden Erzählstränge verbindet und diese Fragen nach und nach löst.
Die Autorin hat einen sehr beschreibenden Schreibstil. Manchmal hat man das Gefühl, dass man selbst vor Ort wäre. Sie hat sich wirklich intensiv mit ihren Protagonisten beschäftigt und stellt Gefühle sehr authentisch und realistisch dar und trifft dabei wunderschöne Formulierungen, die zum Nachdenken anregen.
"Morgen bist du noch da" ist eine tiefsinnige und zum Nachdenken anregende Geschichte über die Beziehung von Mutter und Tochter, die mir sehr gut gefallen hat. Mit einem beschreibenden Schreibstil und mit lebendigen Charakteren, sowie einer berührenden Geschichte, weiß dieses Buch zu begeistern. Unbedingt lesen!
Wertung: 5 von 5 Herzen
Trailer zum Buch:





