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Samstag, 29. September 2012

[Rezension] Tschick von Wolfgang Herrndorf

Infos:
Titel: Tschick
Verlag: Rowohlt
Gebunden: 256 Seiten (Auch als Taschenbuch erschienen)
Erschienen: 17.09.2010
Preis: € 16,95 [D]


Klappentext:
Mutter in der Entzugsklinik, Vater mit Assistentin auf Geschäftsreise: Maik Klingenberg wird die großen Ferien allein am Pool der elterlichen Villa verbringen. Doch dann kreuzt Tschick auf. Tschick, eigentlich Andrej Tschichatschow, kommt aus einem der Asi-Hochhäuser in Hellersdorf, hat es von der Förderschule irgendwie bis aufs Gymnasium geschafft und wirkt doch nicht gerade wie das Musterbeispiel der Integration. Außerdem hat er einen geklauten Wagen zur Hand. Und damit beginnt eine Reise ohne Karte und Kompass durch die sommerglühende deutsche Provinz, unvergesslich wie die Flussfahrt von Tom Sawyer und Huck Finn.
Bild- und Textquelle: Rowohlt

Meine Meinung:
"Tschick" war mein erstes Wanderbuch und eigentlich hatte ich mir nicht viel erhofft. Ich wollte nur mal bei einem Wanderbuch mitmachen und erinnerte mich daran, sehr gute Rezensionen zu dem Buch gelesen zu haben. Doch "Tschick" hat mich sehr überrascht und fast schon begeistert..

Als großer Fan von Roadtrips, war mir schnell klar, dass Tschick etwas für mich sein könnte. Denn genau auf so einen begeben sich die beiden Hauptcharaktere des Buches. Das dabei das ein oder andere Abenteuer und so manch Überraschungen passieren, ist doch irgendwie klar.

Das Herzstück des Buches sind seine Charaktere. Maik, der Protagonist, ist sehr ehrlich und in gewisserweise unfreiwillig lustig. Er hat es nicht leicht im Leben: In der Schule wird er scheinbar ignoriert, seine Eltern streiten nur noch und dann ist er auch noch unglücklich verliebt. Er wirkte auf mich sympathisch und ich konnte ihn auch gut verstehen. Als äußeres Schutzschild dient seine Unfreundlichkeit, doch da hat er die Rechnung nicht mit Andrej Tschichatschow - Tschick - gemacht, denn dieser ist mit seiner Offenheit fast schon ein wenig aufdringlich. Doch auch er bringt den Leser nicht zuletzt durch seine eigenen Ansichten oft zum Lachen und scheint sehr sympathisch. Es ist wirklich interessant mitanzusehen, wie sich die Freundschaft der beiden entwickelt, wo die beiden doch scheinbar so unterschiedlich sind.

Der Schreibstil von Wolfgang Herrndorf ist sehr locker. Umgangssprache und Jugendsprache verleihen dem Buch seine Authentizität. Das ist vielleicht ein bisschen gewöhnungsbedürftig und nicht für jeden was, ich kam allerdings gut damit zurecht. Sehr spannend und unterhaltsam erzählt der Autor mit vielen guten Ideen die Geschichte der beiden. Oft wurde ich überrascht durch Wendungen und oft habe ich lauthals gelacht bei Gesprächen zwischen Maik und Tschick. Es war wirklich schön, diese Geschichte zu lesen und mal für einige Stunden alles um sich herum zu vergessen. Danach hatte ich das starke Bedürfnis mich auch spontan auf ein Roadtrip zu begeben. Auch hat mir die versteckte Moral der Geschichte sehr gefallen und zu Denken gegeben. Der einzige Kritikpunkt: Leider viel zu schnell vorbei!

"Tschick" ist ein spannender und wahnsinnig unterhaltsamer Roadtrip, den ich jedem empfehlen kann - ob Jung oder Alt! Das Buch hat tolle Charaktere, die immer wieder ein Lächeln auf 's Gesicht zaubern können und schafft es, den Leser für einige Stunden alles um sich herum vergessen zu lassen!

Wertung: 5 von 5 Herzen
♥ ♥ ♥ ♥ ♥

Kommentare:

  1. Gelesen habe ich von einem Roadtrip noch nie, daher interessiert mich "Tschick" schon länger. Besonders jetzt nach deiner Rezension natürlich! Wobei ich sagen muss, dass ich mit jugendsprachlichem Schreibstil ja eher weniger anfangen kann...
    Wie immer eine sehr schöne Rezension!

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    1. Den Schreibstil fand ich anfangs schon etwas gewöhnungsbedürftig, aber schnell habe ich mich an ihn gewohnt und konnte die Geschichte wie du siehst sehr genießen. Kannst dir nur empfehlen.

      Liebe Grüße, Diti

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  2. Ich mag ja auch solche Roadtrips - in Film & Buch. Dabei natürlich gerne mit einer Liebesgeschichte anbei. Doch dieses Buch hört sich auch ohne recht witzig und lesenswert an. Ich behalte Tschick mal im Auge und sage: du weißt schon, wie du einem ein Buch schmackhaft machen kannst. :P

    Liebe Grüße
    Reni

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  3. Hallo Schnuggi,
    ich mag dieses Buch sehr und finde es auch toll zu lesen. An den Schreivbstil gewöhnt man sich... ;)
    Manchmal fande ich die Unterhaltungen zwischen Maik und Tschick schwierig zu verstehen, aber es war alles in allem ein gelungenes Buch
    Lollipop mag Lollis

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  4. Was ist denn die versteckte Moral? :)

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