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Montag, 25. Juni 2012

[Rezension] Memento - Die Überlebenden von Julianna Baggott

Infos:
Titel: Memento - Die Überlebenden
Autorin: Julianna Baggott
Verlag: Baumhaus
Gebunden: 461 Seiten
Erschienen: 16.03.2012
Preis: € 16,99 [D] ; € 17,50 [A]

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Klappentext:
Eine amerikanische Stadt, neun Jahre, nachdem die Bomben fielen. Majestätisch thront die Kuppel des Kapitols über den Trümmern – in ihr leben die Reinen, die Makellosen. Sie wurden auserwählt, eine neue, bessere Menschheit zu begründen. Unten in der Stadt kämpfen alle Übrigen ums Überleben.  
Auch die 16-jährige Pressia hat es schwer, sich und ihren Großvater durchzubringen. Und dann soll sie auch noch eingezogen werden, um für das grausame Militärregime zu arbeiten, das Angst und Schrecken in der Stadt verbreitet. Als sie den Verschwörungstheoretiker Bradwell kennenlernt, scheint das zunächst ihre Rettung zu sein. Er kennt den Untergrund und hilft ihr, unterzutauchen. Doch dann wird sie erwischt ...
Bild- und Textquelle: Bastei Lübbe
Meine Meinung:
Allein durch die Inhaltsangabe waren meine Erwartungen an "Memento" zugegebenermaßen hoch, denn dystopische Szenarios haben mich schon immer sehr interessiert. Doch nach einigen vielsagenden negativen Rezensionen, war meine Vorfreude ein wenig gedämpft. Nach dem Lesen kann ich nur sagen: So schlecht ist "Memento" nun auch nicht, aber wirklich gut ist was anderes..

Von Beginn an kommt "Memento" sehr düster daher und leitet den Leser langsam in eine dystopische Welt ein, die von Elend und Gewalt beherrscht ist. Man wird förmlich erschlagen von den vielen Eindrücken am Anfang und muss diese erst nach und nach verarbeiten. Julianna Baggott konstruiert hier ein interessantes Szenario, das niemanden unberührt lässt. Trotz dieser interessanten neuen Welt fiel mir der Einstieg relativ schwer. Dazu beitragend war sicherlich, dass das Elend an vielen Stellen viel zu überladen wirkt und traurig macht. Allein dadurch ist "Memento" nicht für jeden geeignet.

Das Buch wird aus mehreren Perspektiven erzählt, wodurch man als Leser sowohl immer sehr gut über die Zustände draußen bei den Überlebenden, als auch über das Leben in der Kuppel informiert ist. Was der Geschichte auch eine gewisse Authentizität verleiht, ist die Tatsache, dass Liebe in dieser Dystopie nicht die entscheidende Rolle spielt. Sie ist zwar schon da, aber sie wird nur angedeutet.

Die Charaktere werden dem Leser schnell vertraut gemacht. Allen voran natürlich die Protagonisten Pressia und Partridge. Pressia ist eine der Überlebenden und erscheint als solche tapfer und durch den Umstand, dass sie mit sechzehn Jahren auch für ihren Opa sorgt, verantwortungsbewusst und wirkt authentisch. Partridge hingegen wächst im Kapitol auf und führt ein ganz anderes Leben als Pressia. Mir persönlich erschien er an einigen Stellen zu naiv und trifft, wie ich finde, unüberlegt Entscheidungen. Die Nebencharaktere bleiben insgesamt ein wenig oberflächlich und sind dadurch kaum einprägsam, weshalb ich hoffe, dass noch der ein oder andere Charakter im zweiten Band der Trilogie näher vorgestellt wird.

Der Schreibstil von Julianna Baggott ist schwierig zu beschreiben. Die Autorin schreibt detailliert und schafft es ihre Welt bildhaft an den Leser zu vermitteln, doch wirkt ihr Schreibstil auch distanziert und unpersönlich. Einerseits blickt man dem Elend dadurch knallhart in die Augen und es wird nichts schön geredet, andererseits - und das ist wirklich verheerend - konnte ich dadurch keine Bindung zu den Protagonisten herstellen. Ich empfand natürlich Mitleid für ihre Situation und fand die Charaktere auch durchaus authentisch, doch konnte ich mich nicht so wirklich mit ihnen identifizieren und mich in sie hineinversetzen. Zudem gelingt es der Autorin nicht, mich über weite Strecken zu fesseln. So entdeckte ich mich oft dabei, wie meine Gedanken abschweiften und das macht das Lesen nicht wirklich zu einem Vergnügen. Auf den letzten Seiten allerdings schafft es die Geschichte durch interessant zusammengeführte Handlungsstränge doch noch zu fesseln, weshalb ich mich auch entschieden habe, den nächsten Band der Trilogie lesen zu wollen.

"Memento - Die Überlebenden" hinterlässt bei mir ein zwiegespaltenes Gefühl. Selten ist es mir so schwer gefallen meine Meinung zu einem Buch zu verfassen wie bei diesem. Sicherlich bin ich enttäuscht über die fehlende Gefühlstiefe der Charaktere und auch die Distanziertheit der Autorin sagte mir nicht unbedingt zu. Dennoch wirkt die Welt der Dystopie sehr interessant und die letzten Seiten der Geschichte lassen darauf hoffen, dass der zweite Band weniger langatmig wird. Zudem sei gesagt, dass das Buch durch seine Brutalität und sein überladenes Elend nicht für jeden geeignet ist.

Wertung: 3 von 5 Herzen
♥ ♥ ♥
Vielen Dank an Blogg dein Buch und Bastei Lübbe!

Kommentare:

  1. Sehr gute Rezension! Ich konnte mir dadurch schon ein Bild von dem Buch machen. Denke aber, dass ich ziemlich enttäuscht wäre wegen der Distanz.

    LG Anni

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  2. Hmmm....3 Sterne sind mir für ein Buch zu wenig um es lesen zu wollen. Memento bekommt im Schnitt generell nur 3 Sterne- wird wohl daher für mich eher nichts ein (obgleich das Cover echt phantastisch ist!!!) :) Sehr schöne Rezension- wie immer.

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  3. "Fehlende Gefühlstiefe" - absolut treffend ausgedrückt! Das war auch für mich das große Manko, es konnte und konnte mich einfach nicht fesseln dadurch, weshalb bei mir gähnende Langeweile entstand...
    Sehr schöne Rezension, ich kann nur zustimmen!

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  4. dieses Buch hat grad eine Freundin von mir gekauft und ich bin schon ziemlich gespannt, wie es mir dann gefallen wird, wenn ich es dann hier liegen habe ;)

    achso, bin grad eben durch den Blog-zug auf deinen Blog gestoßen und gleich mal Leser geworden ;)

    liebste Grüße Nikki ;)
    http://lamoimee.blogspot.de/

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  5. Das hört sich echt nicht nach nem Buch an, dass ich unbedingt lesen muss ^^ Es hat mich aber auch noch nie soooo arg interessiert.
    LG, Katrin

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  6. @Anni: Danke. Freut mich, dass meine Rezension dir helfen konnte. Für mich war die Distanziertheit im Buch nichts, aber vielleicht sieht es bei dir ja anders auch.

    @Ayanea: Danke sehr. Das mit den 3 Sternen im Schnitt ist mir auch aufgefallen. Scheint wohl eher mittelmäßig anzukommen. Das Cover finde ich übrigens auch super.

    @Sonne: Dankeschön! Anscheinend stehe ich mit meiner Meinung nicht alleine da :) Da bleibt nur auf eine noch bessere Fortsetzung zu hoffen!

    @Nikki: Dann wünsch' ich dir mal gute Unterhaltung und dass es dir besser gefällt als mir.

    @Katrin: Also ein "Muss" ist "Memento" sicherlich nicht, da hast du schon recht.

    Liebe Grüße, Diti

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  7. Hmm ich glaube das Buch ist so gar nichts für mich!

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  8. Deine Rezi gefällt mir sehr gut, genauso habe ich das Buch auch empfunden. Ich werde den nächsten Teil allerdings nicht mehr lesen.

    LG
    Nina

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